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Die Apsis der Abtei von San Galgano, Chiusdino, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini

Abtei von San Galgano: eine der wichtigsten gotischen Zisterzienserabteien in Italien

Die Abtei erreicht man aus Siena durch die Staatstrasse n. 73 in Richtung Rosia und Frosini. Vier Kilometer vor Monticiano nimmt man die Staatstrasse 441 rechts in Richtung Massa Marittima, und nach einem Paar Kilometer dreht man links in die Strasse die zur Abtei führt. Die Ruinen der Abtei zeigen einen Grundriss aus lateinischem Kreuz, mit Verkleidung in Travertinstein und Ziegeln, und sind ziemlich beeindruckend.

Die Struktur wurde von den Zisterziensern zwischen 1224 und 1288 aufgebaut, und war von den französischen Zisterzienser-Kirchen jener Zeit beeinflusst. Heute gilt sie als Beispiel der gotischen Zisterzienser-Architektur in der Toskana.

Am Anfang bestand die Abtei aus einer Kirche, im Jahre 1180 von Galgano Guidotto errichtet, ein Adel der in diesem Ort die letzten Jahre seines Lebens als Einsiedler verbrachte. Nach seinem Tod erbauten die Möncher ein Kloster zu seinen Ehren. In der Folgezeit wurde das Kloster das wichtigste und machtvollste des Gebietes, mit weiten Landbesitzungen.

Abbazia di San Galgano, Chiusdino, Siena,,. Author and Copyright Marco Ramerini

Abtei von San Galgano, Chiusdino, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini

Ab dem XIV Jahrhundert, nach zwei Plünderungen von dem englischen Söldner Giovanni Acuto, begann der Untergang der Abtei. Im Jahre 1577 gab es ein erster Versuch, sie zu restaurieren, aber der Zerfall ging weiter, und im 1786 brachten der Glockenturm (36 m hoch) und die Dachdeckung zusammen.

Die unvollständige Fassade hat 4 Säule. Der Säulengang blieb aber unvollständig. Die äußere Struktur misst 72 m Länge und 21 m Höhe. Das Eingangstor ist mit einem mit Akanthusblättern geschmückten Architrav verziert.

Abbazia di San Galgano, Chiusdino, Siena... Author and Copyright Marco Ramerini

Abtei von San Galgano, Chiusdino, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini

Das Innere ist großartig, mit Grundriss aus lateinischem Kreuz und drei Schiffen mit Säulen und schönen geschmückten Kapitellen. Die Arkaden sind durch Spitzbogen gekennzeichnet. Das Querschiff ist dreischiffig, weil die Apsis ist durch sechs einbogige Fenster mit Spitzbogen und zwei Ochsenaugen gekennzeichnet. Die ganze Struktur leuchtet durch Leichtheit und Eleganz hervor. Die Seitenwände zeigen einbogige Fenster und Spitzbogenfenster.

Die Abtei zählt zu den schönsten Beispielen gotischer Zisterzienser-Architektur in Italien. Obwohl von dem alten Bauwerk sind nur Ruinen übriggeblieben, bewahrt es noch heute eine feierliche Großartigkeit, und darin liegt wahrscheinlich ihr Reiz.

Wenige Hundert Meter von den Trümmern der Abtei entfernt, liegt auf einem Hügel eine kleine Kapelle, die viele Freske und besonders das berühmte Schwert im Stein von San Galgano beherbergt.

LITERATUR

  • AA. VV. „Toscana“ Guide Rosse Touring Club Italiano, 2007
  • Scali Luciano, Anselmi Barbara, Zangrandi Camillo, cur. Ass. culturale di Murlo „Val di Merse. Casole d’Elsa, Chiusdino, Monticiano, Murio, Radicondoli, Sovicille“ 2005, Aska Edizioni
  • cur. Benvenuti A. „La spada nella roccia. San Galgano e l’epopea eremitica di Montesiepi“ 2004, Mandragora
  • Marini Massimo „Chiusdino. Il suo territorio e l’Abbazia di San Galgano“ 1995, NIE
  • Cardini Franco „San Galgano e la spada nella roccia“ 2000, Cantagalli
  • Conti Andrea „San Galgano: il santo, l’eremo, l’abbazia. Storia e storie intorno alla spada nella roccia“ 2011, Aska Edizioni
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