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San Gimignano, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini,

San Gimignano: die Stadt der schönen Türme, das New York des Mittelalters

San Gimignano wurde im achten Jahrhundert als Ritterburg, umgeben von Mauern gebaut. In späteren Jahrhunderten wurde das Dorf eine freie Gemeinde. In 1353 wurde die Stadt Teil der Besitzungen der Republik Florenz.

Im Mittelalter war San Gimignano ein wichtiger Halteplatz auf der Pilgerfahrt nach Rom. Die aristokratischen Familien der Stadt erbauten etwa 72 Wohntürme (einige von ihnen waren bis 50 m hoch), als Sinnbild für ihren Reichtum und ihre Macht. Obwohl nur 14 von diesen Wohntürmen überlebten, hat San Gimignano seine mittelalterliche Atmosphäre bewahrt. Das Städtchen bewahrt auch zahlreiche Meisterwerke der italienischen Kunst zwischen dem XIV und XV Jahrhundert, wie die Werke von Benozzo Gozzoli, Ghirlandaio und Pollaiolo.

Seit 1990 ist die Altstadt San Gimignano auf der UNESCO-Liste der Welterbe verzeichnet.

Und jetzt beginnen wir die Besichtigung San Gimignano.

PIAZZA SANT’AGOSTINO

Unser Wanderweg beginnt im Nordteil des Städtchens, an der Strasse aus Certaldo. Wir erreichen einen Parkplatz (Nummer 3), wo man kann das Auto parken (andere Parkplätze sind um dem Wohnort gelegen). Vom Parkplatz treten wir durch die Stadtmauer in die Altstadt ein. Links erreicht man die porta San Jacopo, mit einer römischen Kirche des 13. Jahrhunderts.

Wenn man zurückgeht und die Via Folgore von San Gimignano folgt, entgegnet man links das Krankhaus von Santa Fina (1203) und weiter rechts das Konservatorium von Santa Chiara, Sitz des Museumspol Santa Chiara (Archäologischer Museum, Spezieria von Santa Fina, Moderne und Gegenwartskunstgalerie) und die Stadtbibliothek. Weiter rechts erreicht man Sant’Agostino Platz, wo man erst die Römische Saint Peters Kirche (11. Jahrhundert) besucht. Die einschiffige Kirche zeichnet sich durch eine schlichte Fassade mit Rosette und Fresken des 14. Jahrhunderts.

Porta San Matteo, San Gimignano, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini

Porta San Matteo, San Gimignano, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini

DIE KIRCHE VON SANT’AGOSTINO

Auf dem Platz liegt auch die majestätische Römisch-Goethische Kirche Sant’Agostino (1280-1298), mit einer schlichten Fassade mit Rosette. Die einschiffige Kirche bewahrt interessante Kunstwerke auf: in der Kapelle von San Bartolo ist ein Marmoraltar von Benedetto da Maiano (1494), weil im Presbyterium sind all die meisten Werke gesammelt: über dem Hochaltar ist ein Meisterwerk von Piero del Pollaiolo (1483), das die Krönung von Maria und den Heiligen darstellt.

An den Wänden über dem Chorus sind Freske von Benozzo Gozzoli (1464-1465), mit Szenen des Lebens Sant’Agostino. Andere Freske von Benozzo Gozzoli, Sebastiano Mainardi, Lippo Memmi und Vincenzo Tamagni sind auch an der linken Wand. Das Kloster des 14. Jahrhunderts ist auch interessant.

VIA SAN MATTEO

Nach der Besichtigung dieser Kirche geht man weiter zur Porta San Matteo (1262). Von hier tritt man in die via San Matteo ein, eine der typischsten Strassen der Altstadt. Die einsteigende Strasse führt in den Domplatz. Entlang dem Weg entgegnet man interessante mittelalterliche Gebäude, wie Palazzo Vichi, Palazzo Tinacci, Palazzo Mori, Palazzo Lorini, der Wohnturm Pesciolini (13. J.), die römische Kirche von San Bartolo (13. J.) und Palazzo Marsili (auch als Kanzlerpalast bekannt).

Man gelangt auf das alte Stadttor, das Kanzlertor, und denn der Palast und Turm Pettini. Die einsteigende Strecke endet, und vor unserem Augen zeigt sich der Domplatz, der, zusammen mit der anliegenden Piazza Cisterna , den Mittelpunkt San Gimignano darstellt.

San Gimignano, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini,

San Gimignano, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini,

PIAZZA DEL DUOMO (DOMPLATZ)

Domplatz, das Herz von San Gimignano und sein monumentales Zentrum. Dieser Platz ist sicherlich einer der kleinsten und schönsten Plätzen Italiens. Unzählige wertvolle Gebäude blicken auf den Platz, wie der Palazzo Comunale, Palazzo del Popolo, der Dom, die Loggia) und verschiedene mittelalterliche Türme (torre Rognosa, torre Chigi, torre Grossa, die zwei Türme Salvucci), dank denen sieht San Gimignano wie eine mittelalterliche New York aus.

DIE KATHEDRALE

An der Westseite ist der Platz von der römischen Fassade des Doms Santa Maria Assunta beherrscht (12. Jahrhundert), am Ende einer schönen Treppe gelegen. Die dreischiffige Kirche ist von Gewölben und mit Fresken bemalten Wänden gekennzeichnet, von Meister wie Benozzo Gozzoli, Jacopo della Quercia, Lippo Memmi, Taddeo di Bartolo, Barna da Siena und Bartolo di Fredi.

In der inneren Fassade kann man eine Freske von Benozzo Gozzoli bewundern, das das Martyrium San Sebastiano darstellt, weil an der Seitenwand des rechten Seitenschiffes findet man eine Freske von Barna da Siena, mit Szenen aus dem Neuen Testament. Am Ende des rechten Kirchenschiffes ist die wunderschöne Kapelle von Santa Fina (1468), unbedingt zu besuchen, ein Meisterwerk der Renaissance von Benedetto und Giuliano da Maiano.

Die Seitenwände der Kapelle sind mit Fresken von Domenico Ghirlandaio bemalt, weil das linke Seitenschiff zeichnet sich durch Fresken des 14. Jahrhunderts aus, von Bartolo di Fredi, die das Alte Testament darstellen.

Palazzo del Podestà, Piazza del Duomo, San Gimignano, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini

Palazzo del Podestà, Piazza del Duomo, San Gimignano, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini

DER PALAZZO DEL PODESTÀ

Auf dem selben Platz gegenüber dem Dom liegt der Palazzo Comunale. Der Palast wurde 1249 erbaut, aber 1337 erweitert. Mit einer Steinfassade, ist das Gebäude vom 51 m hoch Turm Rognosa beherrscht, den als Gefängnis den ganzen 14. Jahrhundert lang benutzt wurde.

Eintritt in den Palast ist durch ein großartiges Gewölbe, die Loggia, und einen weiten Hausgang, am welchen Ende steht eine Freske von Sodoma (1513): “Madonna col Bambino ed i santi Geminiano und Nicola”. Neben dem Hausgang ist das kleine Theater dei Leggieri, das wurde auf einem vorherigen Theater erbaut. Neben dem Palazzo Comunale ist der Turm Chigi, der 1280 errichtet wurde. Endlich, die Zwillingstürme Salvucci.

DER PALAZZO DEL POPOLO SITZ DER STADTHALLE

Der Palazzo del Popolo, das heutige Rathaus, ist einer der wichtigsten Denkmalen San Gimignano. Er liegt an der südlichen Seite des Domplatzes, und wurde 1288 erbaut. Der Eingang ist durch einen schonen Hof des 14. Jahrhunderts, mit Fresken von Sodoma. Von hier kommt man durch eine Außentreppe in den Stadtmuseum, wo sind einige Gemälde der 13., 14. und 15. Jahrhunderte von Coppo di Marcovaldo, Pinturicchio, Benozzo Gozzoli, Niccolò Tegliacci, Taddeo di Bartolo, Guido da Siena, Domenico Michelino und Filippino Lippi aufbewahrt.

Unter den anderen kann man die Dante Halle und Casa del Podestà (Palast des Bürgermeisters) bewundern, die sind mit berühmten Fresken bemalt. Zum Beispiel die Szenen von Memmo di Filippuccio, die das Thema der Liebe darstellen, oder die Darstellungen von Turnieren und Jagd von Azzo di Masetto und die Grande Maestà von Lippo Memmi. Die Rundfahrt endet mit dem Besuch des Torre Grossa, den höchsten Turm der Stadt, errichtet im 14. Jahrhundert. Von hier kann man eine wunderbare Aussicht aus den Apenninen bis zum Chianti genießen.

Danach kehrt man zur Loggia zurück, an der Ecke Domplatz und Piazza Cisterna gelegen. Die Loggia bewahrt eine Freske des 14. Jahrhunderts: Madonna mit Kind, der Erzengel und St. Johannes der Täufer.

Der Torre Grossa und der Dom, Piazza del Duomo, San Gimignano, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini

Der Torre Grossa und der Dom, Piazza del Duomo, San Gimignano, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini

PIAZZA DELLA CISTERNA

An der Ecke des Domplatzes und Piazza della Cisterna. Der Name der dreieckigen Piazza Cisterna kommt aus der Zisterne des 13. Jahrhunderts, die in der Mitte des Platzes noch steht. Der Platz ist von interessanten mittelalterlichen Gebäuden und schönen Türmen umgeben, die ihn eine endrucksvolle Ecke San Gimignano machen.

Man atmet hier eine bezaubernde Atmosphäre ein, die den Besucher in der Zeit zurückbringt. Paläste und Türme wechseln sich einander ab, und umschließen den unregelmassigen dreieckigen Platz. Rechts, in Richtung via del Castello, blicken einige Gebäude auf: Casa Razzi; Palazzo Tortoli, mit seinen vier eleganten zweibogigen Fenstern des 13. Jahrhunderts; das Hotel Cisterna; Palazzo Ridolfi und die Häuser und Türme der Familien Becci und Cugnanesi; Palazzo Pellari mit seinen Türmen; Palazzo Ardinghelli.

An der anderen Seite des Platzes liegt Palazzo Lupi, mit dem Teufelturm, Palazzo Cortesi-Lolli und der Vicolo dell’Oro, die Gasse wo in der Vergangenheit die Goldschmiedebuden entstanden. An der Westseite des Platzes, die auf Palazzo del Popolo geht, sind die Case Semplici e Magazzini und die Ardinghelli Türme.

Piazza della Cisterna, San Gimignano, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini

Piazza della Cisterna, San Gimignano, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini

VIA SAN GIOVANNI

Weiter abwärts nach via San Giovanni quert man durch den Arco dei Becci, das alte Tor der Stadtmauer (rechts steht die eindrucksvolle Gasse vicolo dei Becci). Von hier gelangt man auf Piazza dei Cugnanesi, mit dem gleichnamigen Palast und dem Turm, die dem Besucher eine andere überraschende Vision schenken. Rechts ist die via Quercecchio, mit einem schönen Ausblick auf den Turm.

Weiter abwärts geht man entlang via San Giovanni, mit anderen interessanten mittelalterlichen Palästen, wie Palazzo Pratellesi. Weiter links erreicht man die San Franciscus Kirche (13. J), von der bleiben heute nur die schöne römisch- pisanische Fassade aus Travertinstein und das Tor, mit dem Symbol der Ritter des Königreichs Jerusalem.

Nach dem Besuch dieser Kirche ist auch ein Tabernakel mit Fresken von Sebastiano Mainardi zu sehen. Endlich kommt man an das im Sienesischen stil erbaute Tor San Giovanni (1262) , neben der Kirche der Madonna dei Lumi (17. J.).

Jetzt beginnen wir den Besuch der Befestigungen der Stadt. Die Rundfahrt führt mit dem Besuch der Mittelalterlichen Mauer fort. —>

Die Häuser Semplici und Magazzini und Türme der Ardinghelli, die Piazza della Cisterna, San Gimignano, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini

Die Häuser Semplici und Magazzini und Türme der Ardinghelli, die Piazza della Cisterna, San Gimignano, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini

MUSEEN IN SAN GIMIGNANO

Im Stadtkern San Gimignano befinden sich einige interessante Museen: das Stadtmuseum mit der Pinakothek und dem Torre Grossa, die Basilica Santa Maria Assunta und die Kapelle Santa Fina, das Museum kirchlicher Kunst, das Ornithologisches Museum, das Archäologisches Museum, die Galerie für moderne und zeitgenössische Kunst, die Spezieria Santa Fina. Den Besuchern steht zur Verfügung eine Sammeleintrittskarte zum Preis von 7.50 €.

Fresken in den Hof des Palazzo del Popolo, Piazza del Duomo, San Gimignano, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini

Fresken in den Hof des Palazzo del Popolo, Piazza del Duomo, San Gimignano, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini

Domenico Ghirlandaio, die Beerdigung von St. Fina, Kapelle von Santa Fina, San Gimignano, Siena. No Copyright

Domenico Ghirlandaio, die Beerdigung von St. Fina, Kapelle von Santa Fina, San Gimignano, Siena

 

Stadtmauer von San Gimignano, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini

Stadtmauer von San Gimignano, Siena. Autor und Copyright Marco Ramerini

WIE MAN AUF SAN GIMIGNANO ZU BEKOMMEN

San Gimignano, „die Stadt der schönen Türme“ liegt im Herz der Toskana, 56 km südlich von Florenz und 40 km nordwestlich von Siena.

Mit dem Auto: Herkunft Florenz nehmen sie die Autobahn Florenz-Siena (Ausfahrt der Autobahn A1 Firenze-Impruneta). Nach 31 km nehmen sie die Ausfahrt Poggibonsi Nord, dann folgen sie die Straßenbeschilderungen nach San Gimignano und nach 13 km kommen sie an Ziel.

Herkunft Siena: nehmen sie die Autobahn Florenz-Siena (Ausfahrt Poggibonsi Nord) und dann folgt man die Straßenbeschilderungen nach San Gimignano (13 km nach der Ausfahrt).

Herkunft Pisa: Bundesstrasse SGC FI-PI-LI Richtung Florenz, Ausfahrt Empoli Ovest, dann fahren sie weiter über die SS 429 bis nach Certaldo.

Von dort folgen sie der Straßenbeschilderung nach San Gimignano. Entfernungen: Certaldo 12 km; Poggibonsi 13 km; Barberino Val d’Elsa 21 km; Volterra 30 km; Siena 40 km; Firenze 56 km; Pisa 76 km; Lucca 76 km; Massa Marittima 83 km; Arezzo 118 km.

Mit dem Bus: San Gimignano wird täglich durch regelmäßige Busfahrten der Gesellschaft SITA und Train bedient, die die Stadt mit Florenz, Poggibonsi und Siena verbinden. Normalerweise muss man in Poggibonsi umsteigen.

San Gimignano

San Gimignano

Mit dem Zug: der nächste Bahnhof ist in Poggibonsi, auf der Linie Empoli-Siena, nur 13 km von Poggibonsi entfernt. Tägliche Busfahrten verbinden die Stadt San Gimignano mit dem Bahnhof Poggibonsi. Der Hauptbahnhof Florenz Santa Maria Novella ist 56 km entfernt.

Mit dem Flugzeug: der nächste Flughafen in Florenz- Peretola heißt Amerigo Vespucci, und ist 65 km von San Gimignano entfernt. Der Flughafen Pisa liegt 73 km entfernt.

NÜTZLICHE INFORMATIONEN:

Wochenmarkt San Gimignano: Donnerstag
Piazza Duomo, Piazza della Cisterna 8.00-13.00

Informationsbüro – San Gimignano
Tourist-Information Pro Loco
Piazza Duomo, 1
tel. +39 0577 940008 – fax +39 0577 940903

LITERATUR

  • AA. VV. „Toscana“ Guide Rosse Touring Club Italiano, 2007
  • Cur. Mennucci A. „San Gimignano. Musei civici, palazzo comunale, pinacoteca, torre Grossa“ 2010, Silvana
  • Balestracci Duccio „Breve storia di San Gimignano“ 2007, Pacini Editore
  • Grassi Paola „San Gimignano. Il centro storico“ 2002, Ist. Poligrafico dello Stato

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About Marco Ramerini

Ho pubblicato alcuni scritti sulla storia dell'esplorazione geografica e del colonialismo, in particolare sulle isole delle spezie, le Molucche. Ho ideato alcuni siti internet tra cui il sito www.colonialvoyage.com dedicato alla storia dell'esplorazione geografica e al colonialismo. Poi il sito www.borghiditoscana.net dedicato alla mia regione: la Toscana. Oltre che a molti altri siti di viaggi in diverse lingue. Viaggiatore, scrittore di guide turistiche online, scrivo di storia, fotografo e sono appassionato di astronomia.
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