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Chianti in primavera, Barberino Val d'Elsa, Firenze. Autore e Copyright Marco Ramerini.

Reiseroute im florentinischen Chianti

Unsere Rundfahrt beginnt in Florenz. Abreisepunkt ist die Ausfahrt der Sonnenautobahn Firenze-Certosa. Von dort aus durch die Autobahn Firenze-Siena oder die Schellstrasse Cassia. Wenige Kilometer Umweg nach Tavarnuzze erreicht man Albergaccio di Sant’Andrea in Percussina, dass als Wohnort des berühmten italienischen Politikers Niccolo Machiavelli gekannt ist.

Die erste wichtige Ortschaft in der man stoßt ist San Casciano in Val di Pesa. Es handelt sich um einen wichtigen Handels-und Agrarzentrum in der Nähe von der alten Pfarre von Santa Cecilia a Decimo, einer der ältesten Kirchen in der Umgebung. Das Städtchen bewahrt Überreste der Stadtmauer, erbaut von den Florentinern in der zweiten Hälfte des XIV Jahrhunderts, um die Rolle San Casciano als Vorposten Florenz zu verstärken. Die große Collegiata beherrscht die Oberstadt. Sie wurde im XVIII Jahrhundert auf den Fundamenten eines älteren Gebäudes errichtet. Andere interessante Sehenswürdigkeiten in San Casciano sind das Museum Kirchlicher Kunst, in der Kirche von Santa Maria del Gesù, das Werke aus den umliegenden Kirchen beherbergt, und die Kirche von Santa Maria al Prato, mit wertvollen Werken wie z.B. eine Marmorkanzel von Giovanni di Balduccio und ein Kruzifix, vermutlich von Simone Martini.

In der Umgebung liegen unzählige Schlösser und Gutshöfe: der Castello di Gabbiano, mit zylindrischen Seitentürmen, und der alte Schloss Bibbione. In seiner Nähe wurde 1978 ein monumentaler etruskisches Grab aus dem Ende des VII Jahrhunderts v. Chr. entdeckt, das “Tomba dell’Arciere“

Badia a Passignano, Tavarnelle Val di Pesa, Florenz. Autor und Copyright Marco Ramerini

Badia a Passignano, Tavarnelle Val di Pesa, Florenz. Autor und Copyright Marco Ramerini

Weiter Südlich stoßt man auf Tavarnelle Val di Pesa. Der Name dieses Dorfes kommt aus dem italienischen Wort “taverna“ (Kneip) und bezieht sich auf die alten Gasthäuser und Kneipe an der Königstrasse zwischen Florenz und Siena. Genauso wie der Rest des Chianti genießt Tavarnelle von einem einzigartigen Bestand von Kirchen, Kapellen, Bauernhöfen und Villen. Interessante ist die Kirche von Santa Lucia al Borghetto, ein seltenes Beispiel gotischer Architektur in dieser Zone. In ihrer Nähe befindet sich die römische Pfarre von San Pietro in Bossolo, mit interessanten Kunstwerken. Die Pfarre ist auch Sitz des Museums Kirchlicher Kunst. Unter den verschiedenen Gemälden ragt die Tafel “ Madonna col Bambino“ hervor, ein Werk des 13 Jahrhunderts von Meliore. Nicht weit von Tavarnelle liegt das Dorf Morocco. Dort finden sie das Karmeliterkloster von Santa Maria del Carmine, gegründet 1481.

Nicht zu vermissen ist das mittelalterliche Dorf San Donato in Poggio, mit dem Palast Malaspina und der Kirche von Santa Maria della Neve. Beide Gebäude blicken auf den hübschen Hauptplatz. In der Nähe des Dorfes befindet sich Pieve San Donato, eine Pfarre in der ist ein Taufbecken aus Terrakotta von Giovanni della Robbia bewahrt. Einen Kilometer von der Pfarre entfernt, erhebt sich die Wallfahrtskirche Santa Maria delle Grazie a Pietracupa aus der Spätrenaissance. Die Kirche liegt bei einem Tabernakel, dessen Madonnenbild als wundertätig verehrt wird.

Das wertvollste Dorf des Gebietes ist Badia a Passignano, gegründet im Jahre 1049 von den Vallombrosianern. Badia ist ein Befestigungsdorf in bezaubernder Landschaft eingetaucht, mit einem beherrschenden Glockenturm und Gebäuden aus verschiedenen Zeiten. Die Abteikirche verfügt über ein sehr reiches Archiv, mit mehr als 7000 Pergamenten und wertvollen Kunstwerken. Unter diesen sind die Fresken von Passignano, in der Kirche San Michele Arcangelo, und vor allem das “ Letzte Abendmahl“, in dem Speisesaal des Klosters, von Domenico und Davide Ghirlandaio.

Barberino Val d'Elsa, Florenz. Autor und Copyright Marco Ramerini

Barberino Val d’Elsa, Florenz. Autor und Copyright Marco Ramerini

Zwei Kilometer südlich von Tavarnelle entfernt, liegt auf einer Anhöhe das mittelalterliche Dorf Barberino Val d’Elsa, reich an Zeugnissen seiner mittelalterlichen Vergangenheit. Unter diesen Zeugnissen sind weite Stücken der Stadtmauer, die Eingangstore (bemerkenswert ist das südliche Tor, mit Originalschriftzeichen des vierzehnten Jahrhunderts), und zahlreiche Gebäude zu sehen. Bemerkenswerte Bauwerke sind der Palazzo Pretorio, Palazzo del Cardinale, Spedale die Pellegrini (heute Sitz der Stadtbibliothek) und die Kirche von San Bartolomeo, die wurde in neoromantischem Stil Anfangs des 20. Jahrhunderts wieder erbaut. Im Stadtkern Barberino ist die Aussicht von der Fassade der Kirche nicht zu versäumen.

Von dort aus können sie das ganze Gebiet Chianti bewundern, mit dem kleinen Befestigungsdorf von Tignano im Vordergrund. Auf dem Weg nach Petrognano-San Donnino erreichen sie das Gelände, auf dem erhob sich einst das Schloss Semifonte, bevor die Florentiner ihn im Jahre 1202 zerstörten. In seinem Gedächtnis wurde die achteckigen Kapelle von San Michele Arcangelo im Jahre 1597 erbaut. Die Kapelle ist eine Reproduktion in Miniatur der Kuppel Brunelleschis in Florenz. Die umliegende Landschaft ist sehr schön, mit Ausblick über die Apuanischen Alpen und bis zum Berg Amiata. Wenige Kilometer entfernt liegt die romanische Pfarre von Sant’Appiano, der erste Evangelisierer im Elsatal. Die Pfarre stellte ein sehr wichtiges Religiöszentrum während des Mittelalters dar. Vor dem Gebäude kann man vier kreuzförmige Pilaster bewundern, die zum zerstörten Baptisterium gehörten . Ein kleines Antiquarium gehört auch zur Pfarre, mit archäologischen Stücken aus der Umgebung. Nicht weit von Sant’Appiano liegt das kleine und zum Teil verlassene Dorf Linari. Zu den Kuriositäten des Territoriums von Barberino Val d’Elsa das befestigte Dorf Tignano, das Schloss von Paneretta, und in der Kirche Santa Maria im Dorf Marcialla ein Fresko mit einer jungen Michelangelo Buonarroti zugeschrieben. Unter Marcialla sind die Ruinen des Schlosses von Pogni, die ein Teil eines Turms bleibt.

Arkade, Greve in Chianti, Florenz. Autor und Copyright Marco Ramerini

Arkade, Greve in Chianti, Florenz. Autor und Copyright Marco Ramerini

Von Badia a Passignano können sie nach Greve in Chianti weiterfahren, einst an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt gelegen. Das Dorf entwickelte sich vor allem als Marktort, der fand um dem besonderen dreieckigen Platz statt. In der Pfarrkirche ist ein Triptyk von Bicci di Lorenzo bewahrt. Seit kurzem ist ein Museum Kirchlicher Kunst in dem ehemaligen Kloster von San Francesco geöffnet worden, in dem ist eine wichtige Sammlung von Gemälden, Skulpturen und Kirchengeräten bewahrt. Die Sammlung ist ein Zeichen der künstlerischen Vitalität des Gebietes. Greve in Chianti ist von zahlreichen hübschen Dörfern umgeben. Die prachtvollsten unter anderen sind Montefioralle, mit seinen Steingebäuden und Pflastergassen, und Panzano, in dessen Nähe befindet sich die schöne romanische Pfarre von San Leolino, mit Laubengang des vierzehnten Jahrhunderts und bemerkenswerten Kunstwerken. Es gibt zahlreiche Schlösser in der Umgebung von Greve in Chianti, die wurden in aristokratischen Villen und bekannten Bauernhöfen umgewandelt: Lizzano, Verrazzano (aus dem Namen des berühmten Seefahrers Giovanni da Verrazzano), Vicchiomaggio, Vignamaggio (vermutlich Geburtsort der Gioconda von Leonardo), und Lamole. Sehenswert ist auch der Berg San Michele, die höchste Erhebung des Chianti mit 892 m.

Der Rundgang fährt nach dem Reiseroute im sienesischen Chianti weiter —->

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